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Über den Besuch von Margot Friedlander

Ein Bericht von Emely, 10. Klasse

In Geschichte behandelten wir gerade den Zweiten Weltkrieg. Es muss damals schrecklich gewesen sein. Wir haben von der Reichskristallnacht und den Arbeits- und Konzentrationslagern erfahren. Wir hielten Vorträge darüber und lernten mehr und mehr wozu diese Konzentrationslager erbaut wurden: zur Ermordung vieler Millionen Menschen. Dazu gehörten Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Andersdenkende und „Volksverräter“. Einige von ihnen konnten zum Glück entkommen oder wurden gerettet.  So auch die Zeitzeugin Margot Friedlander, die am Montag, den 15. Mai 2017, eine Lesung in unserer Schule hielt. Sie kam zu uns und erzählte wie sie es geschafft hatte als Jüdin in dieser Zeit zu überleben. Margot Friedlander schrieb sogar ein Buch darüber.

Es fing damals alles an, als vor ihrer Haustür ein großer Mann stand. Sie hatte Angst und wusste nicht wer dieser Mann war. Deshalb versteckte sie ihren gelben Stern, der sie als Jüdin kennzeichnete, und lief zu ihrer Nachbarin. Margot Friedlander zeigte uns diesen Stern, denn sie hatte ihn noch immer bei sich. Ihr kleiner Bruder und ihre Mutter wurden damals von der Gestapo mitgenommen. Sie starben im Konzentrationslager, wie auch ihr Vater. Bei Nachbarn fand Margot die Tasche ihrer Mutter. Darin befanden sich ein Adressbuch und eine Kette. Diese Kette bestand aus runden Bernsteinen, die in der Mitte größer wurden. Margot Friedlander zeigte uns das Adressbuch und die Kette. Sie ist immer noch sehr glücklich, dass sie diese beiden wertvollen Gegenstände besitzt. Sie sind das Einzige, was sie von ihrer Mutter noch hat. Margot färbte sich die Haare rot, da die Leute nicht dachten, dass Juden rote Haare tragen. Sie tauchte unter, wurde aber dann doch geschnappt und ins KZ gebracht. Sie überlebte. Später zog sie mit ihrem Mann nach Amerika und blieb dort mehr als 60 Jahre. Als ihr Mann starb, fing sie an zu schreiben. Schließlich zog sie zurück nach Berlin. Sie zog nach Berlin, um uns ihre Geschichte zu erzählen, da es nicht mehr viele Zeitzeugen gibt, sodass dass wir die Geschichte später den anderen Kindern erzählen können.

Der Zeitzeugen-Bericht war sehr bewegend und spannend mit anzuhören, da es eine ganz andere Sicht zeigt, als die Vergangenheit nur in Schulbüchern zu lesen. Wir konnten Fragen stellen und Margot Friedlander beantwortete sie und redete offen mit uns darüber. Allein schon darüber zu reden, finde ich bewundernswert, da sie doch so viel Schreckliches erlebt hat. Einige können darüber bis heute nicht reden. 

Allen, die mehr Interesse an der Geschichte von Margot Friedlander haben, würde ich ihr  Buch „Versuche dein Leben zu machen“ empfehlen.

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